von Cornelia Funke und Kerstin Meyer
Ab 8 Jahren,
Thema: Märchen
„Emma und der Blaue Dschinn“ ist eine von der Struktur her sehr einfache Geschichte; ein kleines Märchen mit orientalischen Zutaten. Nicht ganz einfach ist die Sprache. Sie bedient sich vieler blumiger Vergleiche und Bilder mit zum Teil schwierigen Wörtern. Dadurch trifft die Geschichte einen einerseits exotischen, andererseits aber vor allem auch ironisch-komischen Ton. Aus der Praxis weiß ich, dass Kinder der zweiten und dritten Klasse diese Geschichte ganz besonders mögen. Sie bietet sich an für Projektarbeit, insbesondere für die Umsetzung als Theaterstück.
Emma muss sich manchmal erholen von ihren vier anstrengenden Brüdern. Dann geht sie abends mit dem Hund Tristan hinaus an den Strand, der gleich hinter den Dünen liegt und schaut hinaus aufs Meer. Eines Nachts entdeckt sie in den Wellen eine Flasche, in der es schimmert und flimmert. Emma hat eine Vermutung, was das sein könnte und mit Tristans Einverständnis öffnet sie die Flasche. Heraus quillt ein blauer Geist, der Emma sofort als seine Gebieterin akzeptiert. Karim heißt er und ist ein ziemlich enttäuschendes Exemplar eines Flaschengeistes: klein und wie sich herausstellt, ohne irgendeine Macht oder Zauberkraft. Nicht einmal ein paar Wünsche kann er ihr erfüllen. Karim jammert Emma vor, er habe durch einen anderen Geist seinen Nasenring verloren und damit seine ganze Kraft. Nun da er aus der Flasche befreit sei, müsse er zurück in sein Land um dem Gelben Dschinn seinen Nasenring abzujagen. Er zieht einen kleinen Teppich aus der Flasche und verabschiedet sich.
Emma überlegt einen Augenblick, ruft aber dann den davon fliegenden Blauen Dschinn zurück und verlangt, dass er sie und Tristan mitnimmt. So fliegen die drei, Emma noch in ihrem Morgenmantel, gemeinsam in das ferne Reich Barakasch.
Sie landen in einer orientalischen Stadt. Emma soll die Flasche mit Karim unauffällig vor den Thron des Kalifen bringen. Der Palast ist in einem beklagenswerten Zustand. Alles Leben ist aus seinen Mauern gewichen, ein Ort tiefster Traurigkeit. Außer dem jungen Kalifen, seinem Dromedar und der seltsamen Großmutter gibt es nichts Lebendiges mehr im Palast. Auch sind alle Schätze geraubt und die Räume sind leer.
Groß ist die Freude des Kalifen über die Ankunft des Blauen Dschinn, was sofort ein wenig Hoffnung erzeugt, doch weiß niemand, wie man den grässlichen Gelben Dschinn besiegen und ihm seine Macht entziehen könnte. Solange er den Nasenring des Blauen Dschinn besitzt, gibt es keine Chance. Und nun sucht gerade heute der Gelbe Dschinn den Palast heim. Er will das Dromedar des Kalifen holen. Da entdeckt er das gelbhaarige Mädchen mit seinem Hund und findet das viel interessanter. Er liebt alles, was gelb ist. Für den schwachen Blauen Dschinn und den jungen Kalifen hat der Gelbe Dschinn nur Hohn und Verachtung übrig.
Emma und Tristan werden verschleppt und in dem versunkenen Wüstenpalast des Gelben Dschinn in einen goldenen Käfig gesteckt. Hier hat dieser Bösewicht unsagbar viele Schätze angehäuft. Emmas Hoffnung, dass der Blaue Dschinn sie retten wird, schwindet mehr und mehr.
Doch Karim und der junge Kalif finden Emma doch noch und es kommt zu einem erbitterten Kampf der beiden Dschinns, der fast aussichtslos ist. Doch weil Emma inzwischen weiß, wo sich der Ring befindet, kann Karim ihn schließlich doch erbeuten. Nun geht alles ganz schnell. Die Kraft des Blauen Dschinn wächst zusehends und die Macht des Gelben Dschinn schwindet, bis er reglos erstarrt.
Emma kann nun überlegen, welche drei Wünsche sie an den Blauen Dschinn richten will. Sie findet nur zwei und deshalb bekommt sie zum Abschied noch ein wunderbares Geschenk. Mit einer kleinen Flasche, in der ein junger Dschinn steckt, den sie nun pflegen und erziehen soll, tritt sie die Heimreise an.
Titel: Emma und der Blaue Dschinn
Autor: Cornelia Funke
Illustrator: Kerstin Meyer
Verlag: Dressler, 2002
ISBN: 9783791504629
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