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Ein Kater schwarz wie die Nacht | Projektbuch

von Henning Mankell und Heike Vogel
Ab 8 Jahren, Thema: Tierliebe, Trennung

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Henning Mankell schreibt eigentlich Bücher für Erwachsene. Bei uns ist er vor allem als Kriminal-Autor bekannt. Sein erstes Kinderbuch von einem kleinen Jungen, der seinen Kater verliert, ist aber derart populär geworden, dass Mankell einmal äußerte, dieses Buch sei wohl sein bekanntestes überhaupt.


Das Thema ist in der Kinderliteratur oft behandelt worden. Ein Kind muss sich von einem geliebten Tier trennen. Wie verarbeitet es diese Trennung, welchen Trost gibt es? Das Besondere an Mankells Buch ist es, um dies gleich vorneweg zu nehmen, dass es absolut nüchtern und sachlich beschreibt. Gefühle werden nur sichtbar in Handlungen und diese sind sehr authentisch und für jedes Kind nachvollziehbar. Alles was Lukas, der Held der Geschichte tut, ist immer auch in der Ambivalenz der Möglichkeiten dargestellt. Muss man auch abhauen, wenn einem der Kater entlaufen ist, obwohl man das eigentlich gar nicht will? Mankell zeigt uns ein bestimmtes Kind, das einen eigenen Weg findet mit seiner Trauer umzugehen und dabei entdeckt, dass das Loslassen-Können etwas damit zu tun hat, dem geliebten Tier seine Eigenart zuzugestehen. Nicht alle Katzen sind zähmbar. Doch die Liebe zu diesem Kater bleibt und verwandelt sich in eine generelle Zuneigung zu der Spezies, die ein Leben lang anhält.


Zu seinem sechsten Geburtstag bekommt Lukas ein kleines Kätzchen geschenkt. Noch nicht mal im Traum hätte er ahnen können, so ein wunderbares Geschenk zu bekommen. Lukas übernimmt freudig die Verantwortung für den kleinen Kater, der schwarz ist wie die Nacht. Er nennt ihn Munkel, weil das zu seiner Farbe passt. Lukas nimmt all die Belastungen auf sich, die so eine Tierpflege mit sich bringt. Er liebt Munkel über alles. Dass sich durch Munkel sein Verhältnis zu seinem älteren Bruder immer spannungsreicher gestaltet, gehört auch zu den Belastungen. Munkel muss erzogen und eingewöhnt werden. Er darf mit an den See, wo die Familie Urlaub im Caravan verbringt. 


Am Ende des Sommers wird Lukas in die Schule kommen. Er freut sich darauf. Doch dann geschieht das Schreckliche. Eines Morgens ist Munkel verschwunden. Zunächst sieht es so aus, als ob der kleine Kater nur ein bisschen streunen würde und schon bald wieder zurück wäre. Man lockt ihn mit einem gefüllten Futternapf, man sucht, ruft, stöbert in all seinen Verstecken. Doch Munkel bleibt verschwunden. Die ganze Familie beteiligt sich an der Suche. Die Mama hängt mit Lukas zusammen Suchzettel auf, auf denen auch ein Finderlohn ausgepriesen wird. Wirbel, der große Bruder, spannt seine Freunde mit in die Suche ein und erweist sich doch als ein sehr guter Bruder. Alles bleibt vergeblich.


Lukas glaubt, dass das alles nicht genug ist. Er meint, er müsse nun abhauen von zuhause, um so richtig frei zu sein für die Suche nach Munkel. Das ist er seinem geliebten Kater schuldig. Er macht sich viele Gedanken übers Abhauen. Schließlich packt er einen Rucksack mit ein bisschen Proviant, seinem Sparschwein und seinem Kopfkissen. Am späten Nachmittag haut er ab und wandert in die Stadt. Als es dort Nacht wird, sucht Lukas eine Bleibe zum Schlafen und landet am Tresen eines Hotels, wo ein sehr netter Mann sich seine Geschichte anhört und sehr verständnisvoll reagiert. Er lässt den Jungen im Hinterzimmer schlafen und benachrichtigt die Eltern, die den Jungen wieder zurück bringen.


Diese Verzweiflungstat zeigt den Eltern, dass sie dem Kind mit einer Erklärung helfen müssen. Es muss für den Jungen irgendwie fassbar  werden, dass sein Kater ihn verlassen hat und nicht wieder kommt. So nimmt sich sein Vater einen freien Tag und fährt bei strömendem Regen mit Lukas in den Wald. Dort erzählt er ihm die Geschichte vom Regenwetterland, in dem nur Katzen wohnen. Wie man dahin kommt, ist schwierig, zumindest für Menschen. Katzen kennen sich da besser aus. Aber Katzen leben dort ganz unabhängig, so wie es eigentlich ihrer Natur entspricht. Nicht alle Katzen lassen sich von Menschen zähmen und Katzen brauchen uns Menschen nicht. Der Vater versteht es, dem Jungen zu zeigen, dass es seinem Kater gut geht.


Nun hat Lukas einen Ort, an dem er sich Munkel denken kann. Oft träumt er nun vom Regenwetterland und er trifft Munkel in seinen Träumen und kann mit ihm reden. Munkel macht ihm klar, dass er weggehen musste, und dass er dies tun konnte, weil Lukas’ Liebe so groß war. Er würde das irgendwann verstehen.


Lukas kommt in die Schule und dort gefällt es ihm. Viel Neues tritt in sein Leben, aber er will auf keinen Fall seinen geliebten Munkel vergessen. Angeregt durch eine Aufgabe entschließt er sich, seiner Klasse von Munkel zu erzählen. Er erzählt alles, auch seinen Traum vom Regenwetterland. Er will, dass alle erfahren, wie besonders dieser kleine Kater war. Und weil er gar nicht mehr aufhören kann zu erzählen, finden die anderen sehr schnell einen Spitznamen für Lukas. Er heißt jetzt Lucke Munkel. Stolz trägt Lukas diesen Namen, der ihn nun für immer mit seinem Kater verbindet.


Das Buch eignet sich zum Vorlesen ab 6 Jahren, zum Selberlesen ab 7 bis 8 Jahren.

Zum Buch

Titel: Ein Kater schwarz wie die Nacht
Autor: Henning Mankell
Illustrator: Heike Vogel
Verlag: Oetinger, 2000
ISBN: 3789142247

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